Ein persönliches Wort von Bürgermeister Pieter Schneider
Liebe Gemeinde,
wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, dann sehe ich vieles: Herausforderungen und manche Enttäuschung, aber auch Mut und Zuversicht sowie eine große Menge an Bewegung in unserem Löwenberger Land. Ich sehe nicht nur das, was schwer war, sondern vor allem das, was wir gemeinsam geschafft haben und was mich hoffnungsvoll macht. 2025 hat besonders deutlich gezeigt: Wir sind eine Gemeinde, die anpackt, und wir sind eine Gemeinde, die zusammenhält.
Infrastruktur und Vorhaben: Wir bleiben verlässlich dran
Einige große Projekte haben uns begleitet, manche davon waren leichter, manche mühsamer. Doch am Ende zählt, dass wir uns nicht entmutigen lassen. In Löwenberg geht der Bau eines kombinierten Geh- und Radwegs sichtbar voran. Die Verbindung führt von der B96 über die Rüterbucht und die Jahnstraße bis zur Ernst-Thälmann-Straße und weiter zum Schulzentrum Libertasschule. Im Anschluss wird in der Ortslage Löwenberg umfangreich eine Sanierung des vorhandenen Gehwegbereichs angegangen. Insbesondere der längst fällige Anschluss an den Radweg in Richtung Teschendorf wird herbeigeführt. Wegen weggefallener Fördermittel konnte der Friedrichsthaler Weg in Nassenheide nicht wie geplant 2025 starten. Wir sind jedoch direkt auf die Suche nach neuen Lösungen gegangen und tun es weiterhin. Unser gemeinsames Ziel bleibt klar: Wir wollen 2026 beginnen. In Falkenthal steht die Breite Straße in den Startlöchern. Die Planung schreitet zügig voran, und ich bin zuversichtlich, dass wir dort im kommenden Jahr sichtbare Fortschritte erzielen werden. In Häsen zeigt uns die Kastanienallee, wie anspruchsvoll das Bauen im Denkmalschutz- Umfeld sein kann. Es braucht Geduld, aber auch hier bleiben wir dran, weil es uns wichtig ist. Ich halte nichts davon, die Zukunft ausschließlich über Straßen und Radwege zu definieren. Dennoch ist es mir wichtig zu sagen, dass wir die Aufgabe ernst nehmen und uns kümmern.
Finanzen: Ein realistischer Blick, getragen von Zuversicht
Ja, unsere finanzielle Lage ist angespannt. Aber sie ist nichts Außergewöhnliches in der Geschichte dieser Region. Auch frühere Generationen hatten herausfordernde Jahre, und sie haben Lösungen gefunden. Wir stehen in dieser Tradition: problemorientiert, pragmatisch und mit dem festen Willen, die Dinge besser zu machen. Ich bin davon überzeugt, dass sich Realismus und Zuversicht nicht widersprechen. Zuversicht bedeutet nicht, Probleme kleinzureden. Zuversicht heißt, sie anzugehen. Deshalb formuliere ich es so: Manche Entscheidungen wirken hart, wenn man sie zum ersten Mal hört. Sie entstehen jedoch niemals aus Leichtfertigkeit, sondern aus Verantwortung. Das gilt auch für die Diskussion um die Grundsteuer. Wir haben Zahlen über viele Jahre ausgewertet und die Lage offen dargelegt. Am Ende ist die Gemeindevertretung nicht einstimmig, aber mehrheitlich zu dem Ergebnis gekommen. Eine Senkung wäre nicht ehrlich gewesen. Das bedeutet nicht, dass alle Sichtweisen, die zu einem anderen Ergebnis kommen, falsch wären. Es bedeutet lediglich, dass wir den Weg gehen, der für die Zukunft unserer Gemeinde tragfähig ist.
Kinder, Familien und die Kita Teschendorf
Wie angespannt die Situation bei der Kinderbetreuung ist, ist vielen von Ihnen bewusst. Umso mehr freue ich mich, dass wir die neue Kita in Teschendorf voraussichtlich rund um Ostern 2026 eröffnen können. Das ist ein großer Schritt für Familien, Beschäftigte und die gesamte Gemeinde.
Feuerwehr: Verantwortung, die wir ernst nehmen
Unsere Feuerwehr braucht moderne Technik, um ihre Arbeit sicher leisten zu können. In den vergangenen 10 Jahren wurden geplante Fahrzeuganschaffungen nicht umgesetzt. Das hat zu einem Rückstand geführt, den wir nicht ignorieren dürfen. Deshalb sage ich: Wir müssen investieren, und zwar mit oder ohne Fördermittel. Nicht auf einmal und nicht überstürzt, sondern in einem klaren Rhythmus. Es geht um Sicherheit, Verantwortung und Respekt vor denjenigen, die im Notfall alles geben.
Wohnraum, Bauturbo und die Menschen, die schon hier leben
In diesem Jahr ist mir eines besonders bewusst geworden: Wir müssen stärker in die Menschen investieren, die bereits hier sind. Der Bauturbo eröffnet uns dafür neue Möglichkeiten. Nicht, um endlose neue Baugebiete auszuweisen, sondern um das Potenzial zu nutzen, das in unseren Ortsteilen steckt: leerstehende Höfe, ungenutzte Liegenschaften und große Häuser, die oft ältere Menschen nicht mehr halten können. Wenn wir hier neue Wege gehen, schaffen wir Raum: für junge Familien, für Menschen, die zurückkommen wollen, für ältere Einwohner, die eine kleinere Wohnung suchen – kurz: für eine lebendige Zukunft vor Ort. Wir wollen, dass Menschen bleiben oder zurückkehren. Wir wollen mehr Wir. Und wir wollen Perspektiven für diejenigen schaffen, die unsere Gemeinde prägen.
Gewerbe & Arbeitsplätze: kurze Wege, starke Orte
Täglich pendeln rund 3.000 Menschen aus dem Löwenberger Land. Das zeigt: Wir brauchen mehr Angebote vor Ort. Mehr Gewerbe bedeutet kürzere Wege, mehr Arbeitsplätze, eine stärkere Identifikation mit der Region und bessere Einnahmen. Es geht um wirtschaftliche Stabilität. Und zwar für die ganze Gemeinde. Dafür müssen wir weiterhin Flächen entwickeln und Unternehmen unterstützen.
Ortsteilbudget: ein voller Erfolg
2025 haben wir das Ortsteilbudget verfünffacht. Die Auswirkungen waren beeindruckend: Es gab mehr Feste, mehr Initiativen, mehr Zusammenhalt und mehr Leben in allen Ortsteilen. Und insbesondere: eine unglaubliche Sorgfalt im Umgang mit den Mitteln. Dafür möchte ich Ihnen allen herzlich danken. Dieser Beschluss war richtig, und Ihr Engagement hat ihn mit Leben gefüllt.
Ehrenamt: Menschen, die uns tragen
Die Ehrenamtsauszeichnung im Landkreis Oberhavel von Marion Lau aus Grieben und André Stöwe aus Nassenheide durch unseren Landrat hat uns gezeigt, was es bedeutet, mitunter jahrzehntelang für andere da zu sein. Sie steht stellvertretend für all jene, die unsere Gemeinde prägen. Und sie ist ein Auftrag: Wir brauchen neue Zugpferde, wir brauchen noch mehr Ehrenamtliche. Menschen, die Verantwortung übernehmen und die Zukunft mitgestalten wollen. Am 14. Januar 2026 ehren wir fünf Bürgerinnen und Bürger aus unserer Gemeinde, die genau das tun. Ich freue mich sehr auf diesen Abend, der zeigt, wie stark unser Miteinander ist.
Mein Team und warum mir nicht bange ist
Ich bin nun seit drei Jahren im Amt. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und wurde in meinem Handeln bestätigt. Bürgermeister zu sein, ist keine Einzeldisziplin. Es ist ein Mannschaftssport. Und ich darf sagen: Ich habe eine hervorragende Mannschaft. In unseren Kitas und im Hort, in der Jugendbetreuung, im Bauhof, im KVE, in der Verwaltung – in allen Bereichen arbeiten Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass diese Gemeinde funktioniert. Ich arbeite mit Menschen zusammen, die Verantwortung übernehmen, Probleme lösen und auch dann noch weiterarbeiten, wenn die Öffentlichkeit längst abgeschaltet hat. Mir wird nicht bange vor der Zukunft, denn ich weiß, mit wem ich sie gestalten darf. Ich danke meinem Team von Herzen. Wir sind eine Mannschaft geworden, die diesen Namen verdient.
Zum Schluss: Wir bleiben zuversichtlich
Das Jahr 2025 hat uns gefordert. Vor allem hat es uns aber gezeigt, wie viel Kraft in dieser Gemeinde steckt. Wir haben nicht alles geschafft, aber wir sind in Bewegung. Wir stehen nicht still. Und wir haben allen Grund, hoffnungsvoll nach vorne zu blicken. Ja, ich bin Optimist. Meine Gläser sind mindestens halb voll. Und wenn sie es einmal nicht sind, dann füllen wir sie gemeinsam wieder auf. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest, ein gutes, gesundes und zuversichtliches neues Jahr. Ich freue mich darauf, 2026 mit Ihnen weiterzugehen.
Ihr Pieter Schneider
Bürgermeister des Löwenberger Landes