Baustart: Zwei Linden müssen weichen
Meldung aus Löwenberger LandBaustart: Zwei Linden müssen weichen – die Bäume an der Kirche bleiben
Liebe Einwohner,
die wichtigste Aussage zuerst: Nach dem aktuellen Planungsstand müssen zu Beginn der Bauarbeiten lediglich zwei Linden weichen. Ihre Fällung ist aus bautechnischen und baurechtlichen Gründen unumgänglich. Die Linden entlang der Kirchenmauer werden nicht gefällt. Auch der Gehweg in diesem Bereich wird nicht angefasst; er wurde bereits denkmalgerecht hergerichtet. In den vergangenen Tagen ist dennoch der Eindruck entstanden, ein großer Teil der alten Linden solle einem besonders breiten Gehweg geopfert werden. Dazu haben der MAZ-Artikel und vor allem seine Bildsprache beigetragen. In den anschließenden Facebook-Kommentaren wurde aus einer Befürchtung schnell eine vermeintliche Tatsache. Nun muss unsere Bauverwaltung falsche Vorstellungen ausräumen, obwohl eine kurze Nachfrage Klarheit geschaffen hätte.
Warum wir bauen
Die Gehwege entlang der B 96 und B 167 sind durch ihr Alter und zahlreiche Eingriffe an vielen Stellen in einem mitunter schlechten Zustand. Gleichzeitig wollen wir Lücken im Radwegenetz innerhalb Löwenbergs sowie in Richtung Linde und Teschendorf schließen. Es geht um sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer, für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Bei einem Neubau müssen technische Mindestbreiten und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden; auch Fördermittel sind an solche Standards gebunden. Das heißt aber nicht, dass wir ohne Rücksicht auf das Ortsbild planen. Die prägenden Linden waren während des gesamten Verfahrens ein wichtiges Thema.
Über Jahre beraten und nochmals angepasst
Das Vorhaben ist nicht plötzlich entstanden. Bereits die Gemeindevertretung und der Ortsbeirat der vergangenen Wahlperiode haben sich damit beschäftigt. Vorschläge aus politischen Arbeitsgruppen wurden übernommen und von der neu gewählten Gemeindevertretung sowie dem neuen Ortsbeirat weiter beraten. Seit 2022 wurde das Projekt mehrfach öffentlich behandelt. Nach der Anliegerversammlung am 14. April 2026 wurden die vorgetragenen Einwände geprüft und die Planung nochmals angepasst. Das Ergebnis: Zum Baustart sind zwei Fällungen vorgesehen; die übrigen Bäume sollen erhalten bleiben. Viele kluge Köpfe aus Politik, Verwaltung und Fachplanung haben um ein gutes Ergebnis für Löwenberg gerungen. Man sollte daher nicht so tun, als sei ohne Beratung und Abwägung entschieden worden. Oder noch absurder: hinter verschlossenen Türen.
Sorgfältig bleiben – auch während des Baus
Über die beiden genannten Linden hinaus ist vor dem Baustart keine weitere Fällung vorgesehen. Eine absolute Garantie für den Bauablauf wäre allerdings unseriös: Wurzelverläufe, Leitungen und Bodenverhältnisse können nicht überall von der Oberfläche aus beurteilt werden. Zeigen sich neue Konflikte, wird jeder Einzelfall fachlich geprüft. Eine weitere Fällung bliebe das letzte Mittel und müsste mit den Fachbehörden abgestimmt werden.
Erst fragen, dann urteilen
Sorgen um das vertraute Ortsbild nehme ich ernst. Kritik und Nachfragen gehören zu einer lebendigen Gemeinde. Wer jedoch öffentlich Behauptungen verbreitet, sollte sich vorher bei den Verantwortlichen erkundigen. Sitzungen sind öffentlich, Unterlagen stehen im Ratsinformationssystem und die Verwaltung ist ansprechbar. Beteiligung wirkt während der Planung – nicht erst, wenn Aufträge vergeben sind und die Baumaschinen bereitstehen.
Wenn wir ein über Jahre beratenes und nach Beteiligung nochmals angepasstes Projekt unmittelbar vor dem Baustart wieder grundsätzlich infrage stellen, kommen wir nicht voran. Sorgen ernst zu nehmen, heißt für mich: zuhören, erklären und berechtigte Hinweise prüfen. Es heißt nicht, jede abgeschlossene Planung aufgrund ungeprüfter Behauptungen wieder auf null zu stellen.
Unser Ziel bleibt ein gutes Ergebnis für Löwenberg: mehr Verkehrssicherheit, bessere Verbindungen und eine zeitgemäße Gestaltung. Wir wollen nicht nur über Verbesserungen reden. Wir wollen sie auch umsetzen.
Ihr Pieter Schneider,
Bürgermeister